Nachdenklicher Abschied

Letzten Samstag ist die Oma meiner Frau mit 91 verstorben.
Gestern haben wir dann Omas Wohnung ausgeräumt bzw. entrümpelt wie man das ja nennt.

Eigentlich kein Problem.
Die ganze Familie hat geholfen. Ein grosser Cointainer für die Möbel, unendliche Altkleidersäcke, Elektrogeräte auf einen Anhänger,
Blumen und Pflanzen auf einen zweiten Anhänger und persönliche Dinge in die Kofferräume.
Soweit so gut. Viel Arbeit, jedoch eine absolute Selbstverständlichkeit in einer Familie. Zumindest für mich.

Denkt man aber mal genauer darüber nach, haben wir quasi an einem einzigen Tag,
den Wohnlebensinhalt von Jahrzehnten „entsorgt“. Einfach so.
Es bleibt am Ende absolut nichts! Irgendwie doch erschreckend, oder?

Und während wir ausräumten, standen tatsächlich schon neue Leute „Schlange“,
um die Wohnung zu besichtigen. Was für eine vollkommen bizarre Situation.
Bizarr, weil die Wohnung eigentlich noch fast „warm“ war, aber die Wohnungsnot derart groß ist,
dass neue Mieter sich fast schon um eine Wohnung streiten,
die in diesem Moment im vollkommen Entrümpelungschaos daher kommt.
Diese Situation machte mich sehr nachdenklich und zugleich sehr dankbar, dieses Problem nicht mehr zu haben.

Letzte Woche zur gleichen Zeit, hatten wir Oma noch Tschüss gesagt.
Wir waren aus dem Urlaub zurück und sind direkt nochmal zu Ihr gefahren.
Sie hatte regelrecht schon auf uns und Ihre Enkel gewartet. Irgendwie war es anders als bei den letzten Besuchen.
Sie schlief, schien unsere Anwesendheit aber zu bemerken. Sie sah glücklich aus.
Wenige Stunden danach ist sie friedlich gegangen.

Und nun, eine Woche später ist schon alles leer und der Prozess des Vergessens beginnt.
Das Leben geht einfach so weiter, als wäre nichts gewesen.

Morgen feiern wir den 9. Geburtstag von unserem Kleinen und ein Stuhl bleibt nun für immer leer.

Wir sind das ganze Leben so krankhaft damit beschäftigt, mehr und mehr anzuhäufen und am Ende kann man doch nichts mitnehmen.
Das letzte Hemd hat nun einmal keine Taschen. Letztendlich ist der Plunder eigentlich nie wichtig.
Wir kaufen Dinge die wir nicht brauchen, mit Geld das wir nicht haben,
um Leuten zu imponieren, denen das wahrscheinlich vollkommen scheißegal ist.
Bittere, seltsame Realität! Wir sollten sofort damit aufhören!

Mir wurde gestern erneut klar, dass es wichtiger ist jeden Tag intensiv zu leben, mit viel Spass, voller Hingabe, Freude und Liebe.

Denn, ist die Zeit dann mal abgelaufen, sollte man im Idealfall nichts bereuen müssen.
Oma hatte in den letzten Tagen bereut, zu wenig gereist zu sein und von der Welt nicht viel gesehen zu haben.
Diese Worte schnürten mir ein bisschen die Kehle zu, aber ich habe die Botschaft verstanden. Danke!

Einen friedlichen Sonntag Euch allen.
Lasst es Euch gut gehen😘

About the Author

Hey, ich bin Michael und begrüße Dich auf meinem Blog. Ich bin ein technikbegeisterter Mittvierziger mit Spaß am Reisen, vielen guten Ideen, ausschließlich positiven Gedanken. Ich liebe Persönlichkeitsentwicklung/ Mindset & Co. Ich gehe durch's Leben mit extrem viel Humor, aber auch mit großem Interesse an Dingen wie Crypto & Co. Seit knapp einem Vierteljahrhundert bin/war ich ganz klassisch im Außendienst, mit allem drum und dran, immer an erster Front unterwegs gewesen. Also definitiv höchste Zeit, mal einen neuen Abschnitt des Lebens zu beginnen und einmal alles radikal zu verändern. Nach dem erneuten Sprung ins eiskalte Wasser heißt es nun: "Der Weg ist das Ziel!" Vielleicht bist Du auch ein Reisender (?) - und möglicherweise reisen wir gemeinsam ein Stück.

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